ANIME REVIEW: KIZNAIVER [German/Deutsch]

Worum geht es?

©TRIGGER, Mari Okada / Project KIZNAIVER

Katsuhira lebt in der fiktiven japanischen Stadt Sugomori City. Durch einen Vorfall in seiner Kindheit, hat er sein Schmerzempfinden verloren und driftet seither lethargisch und ziellos durchs Leben, ohne sich viel um sich selbst oder sein Wohlergehen zu kümmern. Eines Tages tritt seine Mitschülerin Sonosaki vor ihn und teilt ihm unverblümt mit, dass er ausgewählt wurde ein Kiznaiver zu sein. Als solcher wird er Teil des Kizuna-Systems, durch das seine Schmerzen ab nun mit einer Gruppe seiner Mitschüler geteilt werden. Ziel des Systems ist es, durch dieses Teilen der Schmerzen eine friedlichere Gesellschaft zu schaffen, doch kümmert das die ohne ihre Zustimmung ausgewählten Testpersonen wenig. Diese sehen sich nun nicht nur mit dieser neuen, schmerzhaften Abhängigkeit von anderen konfrontiert, sondern bekommen auch seltsame Aufgabenstellungen vorgegeben, deren Sinn für sie nicht wirklich erkennbar ist. Für Katsuhira allerdings ist das System die Möglichkeit, erstmals wieder Schmerzen zu fühlen und Verbindungen zu anderen Menschen aufzubauen.
Im Sommer 2016 durch das Studio TRIGGER erschaffen, erblickte KIZNAIVER in Japan das Licht der Welt. Zeitgleich wurde der Anime auch bei Crunchyroll, Anime Limited welche unter anderem für den Vertrieb in Großbritannien zuständig sind, sowie hierzulande durch peppermint anime veröffentlicht. Wobei letzterer nur die Simulcast anbot. Erst im März und Mai 2018 erschienen Volume 1 und 2 mit jeweils 6 Folgen auf Blu-ray in Deutschland.
Hiroshi Kobayashi ist hierbei als Regisseur tätig gewesen, während Mari Okada die Serienkomposition sowie das Screenplay übernahm. Als Charakterdesigner war Mai Yoneyama zuständig. Die Musik innerhalb Anime stammt von Yuuki Hayashi.

Geschichte:

Kiznaiver überzeugte weniger mit seiner Dramatik oder den Action das es bot, sondern viel mehr mit den wenigen Comedy-Einlagen, welche dank dem Charakter Nico Niiyama zu genüge stattfanden. Die Geschichte rund um die sechs Protagonisten ist ansonsten recht eintönig und Stereotypisch. Das Kizuna-System, welches Namensgeben für die Kiznaiver ist, wurde hierbei eher mangelhaft erklärt. Da hilft es auch nicht eine Liebesgeschichte zwischen der vermeintlichen Bösewichtin und einem der Protagonisten zu erschaffen.
Der größte Kritikpunkt, welcher bei Kiznaiver allerdings bezüglich der Geschichte auftritt, ist die Liebesverbindungen welche im späteren Verlauf zum Vorschein kamen. Dabei sind die Altbekannten Probleme schon vorhersehbar und keineswegs Unterhaltsam, sondern stören den Geschichtsverlauf mehr. Auch das der Hauptprotagonist wieder einmal nicht die Gefühle der Menschen um ihn herum merkt, ist bei der Unterhaltung nicht sonderlich hilfreich. Allerdings muss man dem Animationswerk Kiznaiver hier zugutehalten, dass die Umsetzung dieser Elemten, welche hier kritisiert wurden, gelungen war.

Idee:

Die Idee beziehungsweise das Setting des Animationswerkes Kiznaiver ist an sich gut Umgesetzt und spannend gestaltet, doch es fehlt an einer gewissen Glaubwürdigkeit. Hier hat das Animationswerk seine Schwächen, es fehlt an glaubhaften Erklärungen für das verwendete Kizuna-System. Zudem könnte ein solches System, unabhängig von der Regierung unmöglich finalisiert werden. Auch hier fehlt es an Glaubwürdigkeit. Doch lassen wir dies außen vor, so bietet das Animationswerk Kiznaiver einen Traum, welcher wohl alle Menschen träumen. Den Frieden auf der Welt.

Charaktere:

Was die Charaktere betrifft, bin ich diesmal recht zwiegespalten. Einerseits durchleben die Charaktere insbesondere der Hauptcharakter Katsuhira von Anfang bis Ende eine nahezu perfekt gelungene Entwicklung durch, andererseits sind die Charaktere an sich so stereotypisch und auswechselbar, dass es wieder langweilig wird. Wir haben mit Chidori und Nico dasselbe Problem, zwar sind diese weniger auswechselbar wie der Rest, dennoch sehr stereotypisch. Gerade Chidori, bekommt nahezu eine 180 Grad Charakterentwicklung, von einem eher ruhigeren Mädchen, wandelt sie sich zu einem Mädchen, dass durch ihren Liebeskummer, stärker wurde. Und dennoch, man kann die Charakterentwicklung nicht als etwas Besonderes ansehen, zu oft kommen diese so oder so ähnlich in Dramen vor. Dies ist schade, haben die einzelnen Charaktere doch potential für mehr gehabt.

Bild:

Bild- und Animationstechnisch kann man dem Studio TRIGGER nichts vorwerfen. Die Farbsättigung ist gut, die Kontraste sowie die Farbkomposition sind stimmig. Auch die Animation ist glaubwürdig und flüssig umgesetzt.
Besonders die Charakterdesigns aus der Feder von Mai Yoneyama kommen passend zur Geltung. Sie sind ausgefallen und dennoch glaubhaft genug um in das Setting zu passen.
Kleine persönliche Anmerkung: Ist Chidori nicht süß?
Alles in allem eine gelungene Arbeit des Studio TRIGGER.

Musik:

Musikalisch konnte das Opening mit dem Titel Lay Your Hands on Me von BOOM BOOM SATELLITES sehr gut punkten, was eventuell an einigen musikalischen beziehungsweise stimmähnlichkeiten zu a-ha’s Take on Me liegt. Das Ending mit dem Titel Hajimari no Sokudo von Sangatsu no Phantasia des Anime Kiznaiver konnte ebenfalls durchweg überzeigen. Der Soundtrack von Yuuki Hayashi, gab den einzelnen Szenen das gewissen etwa, wenngleich dieser zu sehr in den Hintergrund gerückt wurde und keinen wirklichen Halt bekam.

Sprecher/Ton:

Die Synchronisation des Animationswerkes Kiznaiver stammt hierzulande von der Synchronfirma Violetmedia mit Sitz in München unter der Dialogregie von Michèle Tichawsky und dem Dialogbuch von Robert Weber.
Eines vorweg, stimmlich waren die Charaktere unter anderem durch Amira Leisner als Chidori Takashiro, Leinard Hohm als Hajime Tenga oder auch Karim El Kammouchi als Tsuguhito Yuta authentisch herübergebracht worden. Leider sind hier allerdings hin und wieder stellen zu beobachten, in denen keine Lippensynchronität zu Stande gebracht wurde. Grundsätzlich ist dies auch weiter nicht tragisch, vor allem wenn dies nur bei genauerer Betrachtung, und so war es hier der Fall, ist. Somit ist die Synchronisation also technisch gesehen nicht perfekt aber dennoch eine sehr gute Darbietung.

55
Geschichte
65
Idee/Setting
70
Charaktere
90
Bild/Animation
89
Musik
89
Sprecher/Ton
Ergebnis 76.3 / 100

Fazit:

Das Animationswerk Kiznaiver bietet viele Lacher und durchaus spannende Elemente und Geschichtsabschnitte, doch vieles ist mangelhaft erklärt oder schlichtweg unglaubwürdig. Die Animation ist wie erwartet gut geworden, dies trifft auch auf die Farbgebung zu.
Dass die Synchronisation nicht perfekt mit den Lippen übereinstimmt, ist hierbei lediglich ein Schönheitsmarkel.

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