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Ist Our Last Crusade Or The Rise Of A New World eine Neufassung von Romeo & Julia?

Worum geht es?

Iska ist der jüngste Apostel in der Geschichte des technologisch fortgeschrittenen Imperiums und gehört somit zur Eliteeinheit, die gegen die Astralmagier des Hoheitsgebiets von Nebulis kämpfen.

In Ungnade gefallen, weil er einer Hexe des Feindes zur Flucht verholfen hat, bekommt er nun eine zweite Chance: Er soll die mächtige Hexe des Eisunheils zur Strecke bringen.

Seit jeher entschlossen, dem Krieg endlich ein Ende zu bereiten, macht sich Iska mit seinen Freuden der Einheit N07 auf, um seine Mission zu erfüllen.
Nach einer kurzen Konfrontation auf dem Schlachtfeld mit der Hexe des Eisunheils, deren Name Alice lautet, laufen sich die beiden aus irgendeinem Grund ständig in einer neutralen Stadt in ihrer Freizeit über den Weg! So bemerken sie langsam, dass ihre Ziele und sogar sie selbst sich eigentlich gar nicht so sehr voneinander unterscheiden …

Our Last Crusade or the Rise of a New World entstand 2020 unter der Regie von The Greatest Demon Lord Is Reborn as a Typical Nobody-Regisseur Mirai Minato, Fate/Kaleid Liner Prisma Illya-Regisseur Shin Oonuma und Deep Insanity: The Lost Child-Regisseur Hirohisa Kitamura im Studio Silver Link.

Hierzulande erschien der Anime 2020 bei WAKANIM im Simulcast und ist seit Juni 2022 in zwei Volumes mit insgesamt 12 Episoden abgeschlossen bei peppermint anime erhältlich.

Geschichte:

Wer eine durch und durch actionreiche Serie erwartet, der wird bei Our Last Crusade or the Rise of a New World, auch wenn das Cover es anders vermuten lässt, enttäuscht werden.

Zwar bietet die Geschichte durchaus mit seinen Fantasy-Elementen gut inszenierte Kämpfe, doch die eigentliche Geschichte dreht sich vielmehr um Iska und Alice.

Dabei weißt das Werk viele Eigenschaften eines Romeo und Julia-Werkes auf. Zwei Menschen aus verfeindeten Ländern sind gezwungen ihre aufkeimende Liebe zu unterdrücken und dürfen sich nur insgeheim und völlig zufällig treffen.

Dennoch handelt es sich bei Our Last Crusade bei Nichten um einen Romance-Anime.

Wer nun nur noch Bahnhof versteht, dem sei Gesagt, der Erzählstil des Werkes ist zu Teilen genau so Konfus wie die Einordnung der Genres. Viele Episoden, wenngleich sie spannend waren, erschienen mir schnell abgehandelt. Auch wurden bisweilen keine der offenen Fragen welche das Werk aufwies zufriedenstellend erklärt.

Woher kommt die Magie, welche plötzlich da war? – Diese wurde halt irgendwie, irgendwann erschaffen von den Menschen. Wie? Durch Zufall…

Insgesamt ist die Geschichte ein großes Mäh.

Idee:

Was das Setting und die Idee hinter Our Last Crusade angeht, so ist diese lediglich Durchschnitt. Zwar ist das Worldbuilding mit seinen Modernen Städten, Fahrzeugen und Waffen auf Seiten des Imperiums auf der einen und die sehr mittelalterlich anmutenden Bauten und Konzepte auf Seiten der sogenannten Hexen, sehr gelungen und zeigt die grundlegenden Unterschiede beider Nationen auf, doch einen wirklichen Mehrwert hat dieses Setting für die Geschichte nicht.

Keiner der Nationen hat deswegen Vor- oder Nachteile.

Es dient lediglich den Nationen Charakter zu verleihen. Eine schöne Idee, welche durchaus eine gewisse Dynamik bietet.

Charaktere:

Our Last Crusade or the Rise of a New World bietet durchaus einige interessante Charaktere welche mit einer zweiten Staffel und etwas Hintergrundgeschichte durchaus anklang finden würden.

Doch was in dem jetzt erschienen Anime zu sehen war, machte die Charaktere durchgehen, ob Neben- oder Hauptcharakter auswechselbar und uninteressant.

Nicht einmal die Vergangenheit von Iska macht diesen einzigartig, da er stumpf seinen Anweisungen folgt und keine Charakterentwicklung spendiert bekommt.

Hier versagt der Anime auf ganzer Fläche.

Bild:

Bezogen auf die Animation kann man allerdings nichts aussetzen. SILVER LINK hat hier eine 1A Leistung hingelegt. Sei es bei den Kämpfen welche gut inszeniert waren, dem Design der Gebäude oder der allgemeinen Welt.

Kaori Satou hat zudem eine sehr gute Arbeit bei den Charakterdesign geliefert, diese sind zwar ausgefallen, dennoch nicht übertrieben, wodurch diese perfekt sich in das Gesamtkonzept der Welt einfügen.

Musik:

Musikalisch wurde Our Last Crusade durch Seima Iwahashi, Elements Garden, Ryuutarou Fujinaga un d Ryouta Tomaru unterstützt. Wobei Fumiyuki Gou als Tonmeister bei Bit grooove promotion agierte.

Das Opening Against von Kaori Ishihara sowie das Ending Koori no Torikago von Sora Amamiya schafften hierbei eine schöne Ein- und Ausleitung der einzelnen Episoden, was dem Anime zugute kommt.

Sprecher/Ton:

Für die deutsche Synchronisation von Our Last Crusade or the Rise of a New World war das Synchronstudio Violetmedia in München unter der Dialogregie von Christian Hanisch und dem Dialogbuch von Julia Bautz und Robert Weber zuständig.

Innerhalb des Werkes können wir übrigens Nicole Hise als Rin, Janina Dietz als Risya, Eleni Möller als Sisbell und Anna Gamburg als Alice hören. Nur um hier einige der namenhaften Sprecher aus der Szene zu nennen. Insgesamt sind 19 Sprechrollen für Our Last Crusade gelistet. Eine ganze Liste habe ich Euch unten in der Videobeschreibung verlinkt.

Ich bin zwar ein riesen Fan der deutschen Synchronisation und auch der genannten Sprecher, doch aus einem mir unerfindlichen Grund, war Our Last Crusade Synchrontechnisch durchweg unterer Durchschnitt.

Die Stimmen klangen gelangweilt und stellenweise recht monoton. Gerade bei Alice also Anna Gamburg hatte ich diesen Eindruck. Klar, Alice ist ein recht monotoner Charakter, allerdings empfand ich dies als… störend? Ja, ich glaube störend ist der richtige Ausdruck dafür.

Aber wie bereits gesagt, dies war durchweg der Fall und nicht nur bei dem Charakter Alice.

Ich bin was deutsche Synchronarbeit angeht, definitiv besseres gewohnt. Das ist klar.

Our Last Crusade Or The Rise Of A New World
40
Geschichte
50
Idee/Setting
45
Charaktere
90
Bild/Animation
90
Musik
60
Synchronisation/Ton
Reviewer 62.5 / 100

Fazit:

Our Last Crusade or the Rise of a New World ist eine einfache Geschichte mit wenig Tiefgang und nur mäßiger Charakterentwicklung. Gerade das Ende war enttäuschend, da dieses mehr als offen war und nicht einmal die Geschichte der beiden Hauptcharaktere abschloss.
Dabei ist mir der Romeo & Julia-Aspekt übrigens nicht entgangen, dennoch mehr unbefriedigend.

Insgesamt empfand ich ihn als Durchschnittlich. Man kann ihn einmal anschauen, ein zweites Mal ist aber nicht nötig.

Und wieso zu Henker ist der Imperator ein Kemonimimi?

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