ANIME REVIEW: USAGI DROP

Worum geht es?

Der 30-jährige Junggeselle Daikichi erfährt nach dem Tod seines Großvaters, dass dieser ein uneheliches Kind mit einer jüngeren Liebhaberin hat. Das stille Mädchen namens Rin wird von ihren anderen Familienmitgliedern ausgeschlossen, denn niemand möchte etwas mit der Kleinen zu tun haben. Einzig Daikichi entscheidet spontan und durch die Wut auf seine anderen Familienmitglieder, die Kleine bei sich aufzunehmen. Für den ruhigen und schüchternen Daikichi ändert sich sein Leben plötzlich von Grund auf: Die Erziehung eines Kindes stellt für ihn eine neuartige und bislang ungekannte Herausforderung dar.

Geschichte:

Das Animationswerk Usagi Drop präsentiert uns im wesentlichen auf stellenweise humoristischer, stellenweise aber auch ernster Art das Erwachsen werden von Rin dar. Dabei wird auch das Thema Tod nicht schöngeredet oder ausgeschlossen, sondern gekonnt einbezogen. Gekonnt zeigten auch die Verantwortlichen rund um Kanta Kamei als Regisseur und Taku Kishimoto als Serienkomposer sowie Yumi Unita als Original Autor, die vielen Facetten des Lebens in Bezug auf Rin auf. Dabei erfährt auch der Hauptprotagonist Daikichi, was es bedeutet Vater zu sein und stößt so manches Mal an seine Grenzen.

Doch perfekt ist die Geschichte rund um Rin und Daikichi keinesfalls. So ist wohl der Fakt, dass sich viele Charaktere unglaubwürdig verhalten der größte Minuspunkt dieser Geschichte. Das beste Beispiel ist hierbei Sachiko. Obwohl diese eine ablehnende Haltung gegenüber Rin hegt, vergehen nur wenige Episoden bis sie in der Rolle der Großmutter aufgeht und Rin vollkommen akzeptiert.
Hier wurde nicht vollends nachgedacht, sondern auf Biegen und Brechen eine heile Welt erschaffen. Auch wurde der Verlust des Großvaters im Bezug auf Rin, charakterlich nicht so gut dargestellt, wie es hätte sein können. Hier hätte es ruhig emotionaler, eventuell sogar Dramatisch werden können.

Idee:

Usagi Drop bietet zwar ein durchaus inspirierendes Setting und eine unglaublich süße Idee des erwachsen Werdens, dennoch ist die Idee beziehungsweise das Setting weder ausgefallen noch besonders. Was nicht bedeuten muss, dass das Animationswerk Usagi Drop schlecht sein muss. Keinesfalls, die Besonderheiten des Werkes werden zu einem späteren Zeitpunkt hier noch genannt werden.

Charaktere:

Usagi Drop bietet zwar nicht unbedingt die ausgereiftesten Charaktere dafür die interessantesten und liebenswertesten seit langem.

So haben wir mit dem Hauptprotagonisten Daikichi trotz seiner 30 Jahren einen Charakter welcher Ernst und gleichzeitig verspielt ist. Obwohl er nie wirklich über eine Familie nachgedacht hatte, schließt er Rin sehr schnell in sein Herz und bald ist sie sein ein und alles. Er ist neben Rin einer der wenigen Charaktere die innerhalb der Familie Kawachi eine glaubhafte Charakterentwicklung genoss. Vom eher schüchternen Junggeselle entwickelt sich Daikichi zu einer liebenswerten Vaterfigur.

Da wir gerade von Rin sprechen, sie ist wohl der Charakter mit der meisten Charakterentwicklung innerhalb der 11 Episoden des Animationswerkes Usagi Drop. Anfangs noch ein schüchternes und schreckhaftes junges Mädchen entwickelt sich Rin zu einem jungen, wunderschönen und durchaus verspielten Frau. Dabei wurde besonders der Verlust ihres Großvaters übrigens sehr gut in ihre Entwicklung einbezogen.

Yukari Nitani, ist eine waschechte Mutter die alles für ihr Kind tun würde. Leider fehlt ihr allerdings der passende Mann, Yukari hat sich nämlich aufgrund der schlechten Ehe von ihren Mann scheiden lassen. Obwohl wir von ihr leider keine nennenswerte Charakterentwicklung sehen, ist sie durchaus in der Lage dem Zuschauer durch ihre warme und stets hilfsbereite Art ans Herz zu wachsen.

Ihr Sohn Kouki ist ein sehr lebhafter Junge welcher sich mit Rin sehr gut versteht. Auf den ersten Blick, schaut er meist sehr freudlos daher und hat somit auf andere Kinder eine eher einschüchternde Wirkung. Gerade was seine Manieren angeht, bleibt allerdings er bis zum Schluss sich treu.

Soweit so gut, die Hauptcharaktere und die meisten Nebencharaktere sind ganz solide bis gut. Wäre da nicht erwähnte Mutter von Daikichi, Sachiko Kawachi. Ihre plötzliche Charakterentwicklung von einer ablehnenden Figur hin zu einer sich sorgenden „Großmutter“ ist einfach nur unglaubwürdig.

Wäre dies über die ersten fünf oder sechs Episoden langsam aufgebaut worden, so wäre es glaubhafter, doch hier wurde es deutlich zu schnell angegangen.

Bild:

Das Setting mag zwar nicht ausgefallen sein, die Animation, das Charakterdesign sowie die allgemeine Zeichenart allerdings. Neben Tusche ähnlichen Zeichnungen welche sich mit minimalistischen und stellenweise absurden und schließlich auch realitätsnahen Zeichenstile abwechseln bietet Usagi Drop auch ein liebevolles Charakterdesign aus der Feder von Yuu Yamashita.

Zwar ist die Farbsättigung in diesem Werk keinesfalls optimal, liegt doch über dem Bild ein gewisser Grauschleier, doch das macht der Anime mit den erwähnten liebevollen Charakterdesigns wieder wett.
Zudem war die Animation flüssig und war nicht unnötig in der Animation unterbrochen.

Musik:

Das Opening Sweet Drops von PUFFY sowie das Ending High High High von Kasarinchu betonen gekonnt das Geschehen innerhalb des Animationswerkes Usagi Drop. Dies wurde durch die jeweilige Animationsequenz gekonnt untermahlt.

Innerhalb des Animationswerkes wurde der Soundtrack von Suguru Matsutani gekonnt für die Untermalung der emotionalen Szenerien genutzt wodurch diese nochmals mehr tiefe erlangten. Wenngleich leider der Soundtrack von der eigentlichen Geschichte nahezu übertönt wurde.

Sprecher/Ton:

Synchrontechnisch ist im Großen und Ganzen, abgesehen davon, dass Synchronisationen immer Geschmacksache sind und man diesen nicht verallgemeinern kann, durch die Synchronfirma Kölnsynchron unter der Dialogregie von Daniel Käser, welcher auch für das Dialogbuch zuständig war, gut umgesetzt.

Sei es nun Gretchen Zilm als Rin Kagaoder Patrick Roche als Daikichi Kawachi oder Willi Röbke als Ken’ichi oder sonst irgendeiner der Sprecher und sei es noch die kleinste Rolle, sie wurde authentisch synchronisiert.

90
Geschichte
80
Idee/Setting
88
Charaktere
95
Bild/Animation
90
Musik
85
Sprecher/Ton
Ergebnis 88 / 100

Fazit:

Trotz einiger kleineren Fehler, bietet Usagi Drop eine spannende und rührende Geschichte.

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