ANIME REVIEW: ARMITAGE III [German/Deutsch]

© AIC/NBCUniversal Entertainment

Worum geht es?

Wir schreiben das Jahr 2179. Der Mars ist schon seit langem bewohnt, Menschen leben neben Androiden, doch nicht ohne Probleme. Die Menschen betrachten die Androiden als Schuldige für die sozialen Probleme auf dem Mars, und es kommt vereinzelt zu Progromen. Der Chicagoer Polizist Ross Sylibus soll mit seiner neuen Kollegin Naomi Armitage die Mordserie an den Androiden aufklären. Ross hasst Androiden, seit seine frührere Partnerin von einem Roboter getötet wurde.
Das macht die Arbeit mit Armitage nicht gerade einfach, die sich nach und nach ebenfalls als Android entpuppt.
Nur langsam kann Ross seine Abneigung gegen die Bio-Maschinen überwinden. Er und Armitage decken bei ihren Nachforschungen ein unglaubliches politisches Komplott auf, das zum Ziel hat, alle Androiden auf dem Mars zu vernichten…

1995 erschien ARMITAGE III im Studio Anime International das erste Mal in Japan. 1996 folgte die deutsche veröffentlichung unter Pioneer Deutschland, SPVision sowie Mediacs AG. Ende September 2018 erschien der Anime zusammen mit den beiden Filmen ARMITAGE III: Poly-Matrix und ARMITAGE III: Dual-Matrix als Complete Edition durch Nipponart in Deutschland.
ARMITAGE III entstand unter der Regie von Yasuo Hasegawa während Masafumi Mima die Sound-Regie übernahm. Chiaki Konaka schrieb das Skript und war für das Screenplay zuständig.

Geschichte:

ARMITAGE III gilt neben Ghost in the Shell zu den stilbildendsten Vertreter des Cyberpunk-/Sci-Fi-Genres im Anime und dies nicht ohne Grund. ARMITAGE III bietet eine spannende und vor allem glaubhafte Geschichte rund um die namensgebende Armitage und dem Polizisten Ross Sylibus. Dabei werden neben Gesellschaftskritischen Themen wie der Frage, ob Roboter welche Menschenähnlich sind, Menschenrechte verdienen oder nicht, auch die Frage aufgeworfen, wie Androiden sich auf den Alltag ausleben könnten.

Das Hauptaugenmerk liegt bei dem Animationswerk ARMITAGE III allerdings bei ARMITAGEs Vergangenheit sowie der Suche nach Antworten welche während des Abenteuers sich stellen.
Dabei geizt sowohl die vierteilige OVA wie auch die beiden dazugehörigen Filme Poly-Matrix und Dual-Matrix nicht mit Action und blutigen Szenen.

Idee:

Cyberpunkt gemischt mit Sci-Fi bietet Platz für allerlei „Spinnereien“ wie unsere Zukunft aussehen könnte.
ARMITAGE III bildet hier keine Ausnahme und so erlebt der Zuschauer eine Zukunft geprägt mit Androiden und zwei völlig verschiedenen Welten.

Charaktere:

Was die Charaktere in dem Animationswerk ARMITAGE III angeht, so haben wir mit der Namensgebenden Naomi Armitage die typische weibliche Hauptprotagonistin eines Sci-Fi Werkes. Stark, eigenständig und dennoch emotional. Nicht zu vergessen gelassen und stellenweise auch kindlich. Dabei wirkt der Charakter nicht unnahbar, sondern zeichnet sich mit einer gewissen Nähe zum Zuschauer aus, Naomi Armitage bietet nämlich mit ihren vielen Eigenschaften eine große Fläche für den Zuschauer sich wiederzufinden.

Der Charakter Ross Sylibus hingegen wirkt weniger ausgearbeitet. Zwar ist er in sich stimmig, doch eine wirkliche Charakteristik ließ sich aus Ross nicht entnehmen. Generell scheint er ein sehr wankelmütiger Charakter zu sein, anders ist nicht seine relativ schnelle Wandlung von einem Roboter Hasser zu einem Menschen der Roboter versteht und versucht zumindest einen von ihnen im Einsatz seines Lebens zu retten.

Die übrigen Charaktere sind mehr oder weniger Ersetzbare Elemente. In ARMITAGE III gibt es keinen genau definierten Endbösewicht sondern vielmehr Menschliche Schicksale und Meinungen. Zwar liefert ARMITAGE III mit René D‘anclaude einen Pseudo-Bösewicht, dennoch sind es mehr seine Schöpfungen welche die Arbeit mehr oder weniger erledigen.

ARMITAGE III: Dual-Matrix hingegen fährt mit Colonel Strings und Demitrio Mardini, gleich zwei Schurken auf, welche beide allerdings unabhängig und auf verschiedenen Zielen hin arbeiten. Letzterer kann man aufgrund seiner späteren Extremen Handlungen hierbei als waren Bösewicht bezeichnen.

Bild:

Obwohl ARMITAGE III aus dem Jahr 1995 stammt, merkt man dies an sehr wenigen Stellen. Zwar ist die Farbsättigung nicht so kräftig wie in anderen Werken, dennoch ist sie atmosphärisch passend gehalten. Das gleiche gilt für den Kontrast.
Das auffälligste bei diesem Animationswerk ist allerdings das Charakterdesign sowie das Szenenbild, beides ist sehr futuristisch aber dennoch glaubhaft gestaltet.
Einziges Manko ist die Animation, zwar ist sie überwiegend flüssig, doch gibt es auch hin und wieder stellen, gerade in Kämpfen, welche nicht ganz so schön aussehen. Doch dies lässt sich im Gesamtbild verkraften und obwohl diese kleinen Fehler vorhanden sind, bietet ARMITAGE III eine gelungene Inszenierung.

Musik:

Musikalisch bietet Hiroko Kasahara mit dem Ending-Song li Yume o Omoidasenai einen gelungenen Abschluss der OVA ARMITAGE III. Innerhalb des Animationswerkes wurde ebenfalls passende Soundtracks verwendet, wenngleich diese eher im Hintergrund agieren.

Sprecher/Ton:

Synchrontechnisch überzeugte das Synchronstudio Circle of Arts mit Sitz in München.
Dirk Meyer als Chris Brown, Thomas Rauscher als Dr. Asakura, Benjamain Völz als Ross Sylibus, Veronika Neugebauer als Naomi Armitage oder auch Florian Halm als René D’Anclaude waren jederzeit authentisch. Wenngleich die Stimmen passend gewählt wurden, gab es vereinzelte Szenen in denen eine Lippensynchronität nicht gegeben war. Dies betrifft allerdings lediglich einzelne Szenen welche nur einen Bruchteil der jeweiligen Sätzen ausmacht. Somit ist diese Tatsache verkraftbar.

Zusammengefasst: Eine gute, authentische Synchronisation mit kleinen Synchronisationsfehlern welche allerdings im Gesamtbild nicht weiter stören.

90
Geschichte
80
Idee/Setting
70
Charaktere
79
Bild/Animation
73
Musik
85
Sprecher/Ton
Ergebnis 79.5 / 100

Fazit:

ARMITAGE III wird nicht ohne Grund mit Ghost in the Shell verglichen, strahlen beide doch ähnliche Atmosphären aus und waren wegweisend für Genre-Nachfolger.

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